
Tischtennis braucht keine Halle
Phú ist Mannschaftsführer der dritten Herren der TTSG, gerade in die 2. Landesliga aufgestiegen – und gleichzeitig leidenschaftlicher Street-Table-Tennis-Spieler.
Mehr als 130 Tischtennisspieler, vier Spielklassen und zwei Tage Wettkampf unter freiem Himmel: Bei den „German Streettabletennis Open 2026“ am Fühlinger See in Köln traf sich die Street-Table-Tennis-Szene. Mittendrin war Phú, der bereits zum dritten Mal an dem Event teilnahm.
Gespielt wurde auf normalen Tischtennistischen auf einem Parkplatz. Wind und ein nicht immer ebener Untergrund sorgten für zusätzliche Herausforderungen. Phu überstand in der höchsten Spielklasse die Vorrunde in einer Achtergruppe und erreichte das Achtelfinale. Doch für ihn geht es bei solchen Veranstaltungen nicht nur um Ergebnisse. „Die Atmosphäre ist locker und freundlich, gute Ballwechsel werden von allen gefeiert. Während der Matches legt ein DJ auf. „Man muss halt flexibel sein“, beschreibt er die besonderen Bedingungen.
Phús Weg zum Outdoor-Tischtennis begann während der Corona-Zeit. Schon als Jugendlicher hatte er im Verein gespielt, danach folgte eine lange Pause. Über die Stadtpark-Community fand er während der Pandemie zurück an die Platte – und wenig später auch wieder in den Verein.
Heute ist Phú in beiden Welten zu Hause. In der Halle ist er wöchentlich mehrfach beim Training am Start, spielte Sommer-Team-Cup und ab September beginnen wieder die Ligaspiele. Trotzdem trifft er sich im Stadtpark mit einer bunten Mischung aus Gelegenheitsspielern und Aktiven bis hinauf zu höheren Spielklassen. An schönen Tagen kommen dort 20 oder 30 Spieler zusammen.
Phú engagiert sich auch selbst für die Outdoor-Szene. Bei der neuen deutschlandweiten Turnierserie „Spin den Mai“ organisierte er am 1. Mai die Hamburger Veranstaltung im Stadtpark. Hier konnte man sich für die Deutschen Outdoormeisterschaften bei den TT-Finals in Erfurt qualifizieren.
Was macht nun mehr Spaß – Halle oder draußen? Für Phú ist die Antwort klar: „Beides ist cool. Beides ist sehr unterschiedlich.“ In der Halle gehe es stärker um Competition und manchmal auch etwas verbissener zu. Draußen ist es lockerer, der Druck geringer – und genau deshalb spiele er dort teilweise sogar besser.
Tischtennis braucht eben nicht immer eine Halle.
Foto (by JOLIN_TT): Alle Teilnehmenden der „German Streettabletennis Open 2026“ in Köln